Eintrittkarte Lange Nacht der Museen Berlin

Eines langen Tages (Museums-) Reise in die Nacht / Berlin

Die Lange Nacht der Museen in Berlin auf einen Blick

Für mich war es die 5 „Lange Nacht“ zwei Mal als Beteiligte bei der „Langen Nacht der Oper und Theater“, 2 Mal als Besucher bei der „Lange Nacht der Museen“ und diesmal als Live-Twitterer und Blogger. Livekritik hat gefragt wer Interesse und Zeit hat und ich hatte beides.

Eintrittkarte Lange Nacht der Museen Berlin
Der Anfang und das Ende einer Langen Nacht / Berlin

77 Museen und 8 Stunden Zeit, dazu noch viel Begleitprogramm wie Eröffnungskonzert, Open-Air Party … wow, was tun, was ansehen, wie von einem Ort zum anderen kommen? Dabei hilft einem die Homepage der Langen Nacht der Museen dort ist alles übersichtlich zusammengestellt und man kann sich sogar seine persönliche Route zusammen stellen, abspeichern und anzeigen lassen.

Es gibt aber auch fertige Routen, bei denen die Museen durch die Busse verbunden sind. Ich habe mir eine eigene Auswahl zusammengestellt, eine Zeitreise vom Mesozoikum in die Zukunft der virtuellen Realität, erster Stopp … das „Museum für Naturkunde“ in der Invalidenstraße 43.

 

Jurassic Park

Als Erstes wird man im „Museum für Naturkunde“ von mehreren riesigen Dinosauriern (Brachiosaurus) und einer großen Horde an Kindern begrüßt.

Als studierte Geologin / Paläontologin freut es mich immer wieder, dass Dinos, bei all der Konkurrenz durch Super-Helden und animierten Charakteren, noch immer so beliebt sind.

Dinos der Einstieg in die Welt der Naturwissenschaften? Es waren viele interessante Vereine, Gruppierungen und Aussteller im Raum vertreten, die Kinder für Fossilien, Biologie und Naturwissenschaften begeistern wollten. Hut ab vor diesem Engagement im Zeitalter in dem Computerspielen und Fernsehen eine sehr mächtige Konkurrenz sind. Aber im Ernst, wer von uns hat als Kind nicht gerne im „Dreck“ gewühlt um Regenwürmer, Kieselsteine oder in meinem Falle, das von mir vorher vergrabene Tafelsilber meiner Mutter zu finden.

Das Museum bietet ein gute Mischung aus Tradition und Moderne … so haben mich nicht nur die vielen klassischen Fisch Präparate in Gläsern (teilweise ganz schön gruselig) oder die vielen Minieralien in ihren traditionellen Schaukästen begeistert, sondern auch die auf die Dinosaurier gerichteten „Ferngläser“. Wenn man durch sie hindurchsieht, werden die realen Skelette im Raum mit Organen, Muskeln und Haut vervollständigt und man bekommt ein ganzen Dinosaurier gezeigt.

Alles (Curry-) Wurscht

Um die Lange Nacht der Museen durchzuhalten, ging es als Nächstes ins „Currywurst Museum“ (Schützenstraße 70), eine kleine Stärkung. Ein kleines aber sehr charmant eingerichtetes Museum zum Thema Currywurst und Lebensmittel. Sehr toll optisch präsentiert, gutes Gleichgewicht an Informationen und Interaktion.

Man kann auch mit übergroßen Pommes für ein Selfie posieren, eine Pommes-Schwertkampf ausführen (bitte darauf achten niemanden mit der Pommes zu verletzen) oder einfach nur kuscheln. Schon mal mit einer Pommes gekuschelt … nein … sollte jeder versuchen …

Es gibt auch einen Stand an dem man Currywurst kaufen kann, war ja unser Ziel. Mir hat sie nicht so gut geschmeckt, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden, daher seht dies nicht als Werturteil, sondern bildet euch eure eigene Meinung.

 

Back to Museums-Timetravel

Nachdem ich das Mesozoikum (Erdmittelalter / Jura) und sein Dinos hinter mir gelassen habe, ging es mit riesen Schritten in Richtung Menschengeschichte, angefangen im Alten Museum bei den Griechen, Etruskern und Römern.

Kurz vorweg, ich bin noch in keinem Museum, egal wie voll und stressig es war, so unhöflich vom Personal behandelt worden wie im Altes Museum. Das man mir in einem Kommando Ton sagt, ich solle meine (Stoffbeutel-Hippster) Rucksack abnehmen, okay, soweit so gut. Aber das sich danach noch über mich lustig gemacht wird, geht gar nicht.

Das Museum an sich, die Räumlichkeiten an sich und die Exponate sind sehr interessant und das Ergebnis sind ein paar sehr schöne Photographien, wie ich meine.

Auch habe ich Magneto´s Helm (X-Men) gefunden, auch wenn es in der Auslage als Hoplitenhelm bezeichnet ist.

 

Eine Lange Nacht ist keine …

… lange Nacht, wenn man nicht mit einem der Routen Busse gefahren ist. Auch ich habe das gemacht, vom „Altes Museum“ hin zum „Kulturforum“, meinem 4 Stopp.

Und hier kommt auch mein zweiter Kritikpunkt (ist auch der Letzte!). Was ist aus den engagierten Routen-Guides der früheren Jahre geworden? Ich habe die „Lange Nacht der Museen“ so in Erinnerung, dass man während der Busfahrt viele Geschichten über die Museen, Berlin und die Strecken erzählt bekam. Das machte aus dem Transport von A nach B etwas Besonderes. Dieses Mal waren Guides an Bord, die fehlerhaft vom Blatt abgelesen haben, nicht wussten, wo wir waren und auch teilweise die Namen der Museen nicht richtig aussprechen konnten … ich sage nur „Kinemathek“. Von den vielen „äh“ und „hm“ beim Sprechen mal abgesehen.

Am Kulturforum angekommen, waren sehr wenige Menschen unterwegs und auch im „Kunstgewerbemuseum“ war es gespenstisch leer, obwohl es das Museum absolut nicht verdient hat.

 

I feel pretty, oh so pretty … (frei nach West Side Story)

Der nächste Stopp in der Zeitreise, Mittelalter bis Jugendstil … oder Mode … bis November 2014 wurde umgebaut und nun findet man auf mehreren Ebenen Objektkunst vom 12. bis 20. Jahrhundert … oder Mode. Meinen beiden x-Chromosomen quengelten und bevor ich mir weitere Kunst, auch wenn es der Welfenschatz ist, ansehen durfte … erst Mode vom 18.- Jahrhundert bis in die 60 ziger Jahre und ja es hat mir gefallen …

Die Ausstellungsstücke sind einfach klasse, sehr schön präsentiert. In den dunklen, schwarzen Räumen mit gedimmten Licht lenkt nichts von der Schönheit und der Pracht der Kleidungsstücke ab. Man kann sich voll auf die Details, Stickereien, Stoffe und Formen konzentrieren. Ich kann es nur jedem empfehlen, sich diese kleine aber feine Ausstellung anzusehen.

Nun aber zurück zum Welfenschatz, was hier an Silber, Gold und Kunsthandwerk gezeigt wird, ist umwerfen. In großen, leider sehr leeren Räumen hat man genügend Platz die Schätze in Ruhe zu umrunden. Auch die Teller, Möbel und Objekte aus dem Rokoko und dem Jugendstil sind umwerfend.

Auch hier wurde ich gebeten meinen Rucksack abzunehmen, aber in einer ganz anderen Art und Weise (sehr höflich und mit Erklärung, warum ich das bitte tun soll). Nachdem was im „Altes Museum“ passiert ist, möchte ich das hier nochmal hervor heben.

 

Radikal Modern

Nach so viel schönen Gegenständen, auf in die heutige Zeit, „Radikal Modern“ ist der Titel einer Ausstellung in der „Berlinischen Galerie“ (Alte Jakobstraße 124) und es geht um Architektur in Berlin in den 60 Jahren. Was man dort an Bildern, Skizzen und Modellen zu sehen bekommt, ist sehr interessant. Wenn man diese Modelle und Skizzen sieht, kann es sich gar nicht vorstellen, dass es solche abgefahrenen Gebäude in Berlin gibt.

Aber da hilft eine Handy-App weiter, die einen dann auf einem Stadtrundgang mit Informationen zu Gebäuden versorgt, die auch in der Ausstellung thematisiert sind. In der „Langen Nacht“ habe ich den Stadtrundgang nicht mehr geschafft, aber ich habe die App und werde sie bestimmt nutzen.

 

Operation Brain Drain – The Choosatron

Letzte Station für diese Lange Nacht der Museen und willkommen in der Zukunft, der Zukunft der Computerspiele, Science und virtuellen Realität. Das „Game Science Center“ (Charlottenstraße 1), voll mit jungen Leuten, die ausprobierten und ihrn Spaß hatten. Und genau da liegt das tolle an diesem Museum, hier kann man ausprobieren, selber machen, teilweise auch kreativ sein. Es ist nicht nur am Computer „herum daddlen“ oder mit den Buchstaben der Tastatur Zeit totschlagen es ist kreativ, Kunst und das hat mir sehr gut gefallen.

Ich habe mir auch eine Geschichte an einem Choosatron zusammen gestellt … man hatte die Wahl zwischen 3 alternativen Story Verläufen und konnte so bestimmen, wie es weiter geht … Operation Brain Drain über Dr. Doofus Dummkopf ein „Super-Villain“

Und damit endete auch meine Nacht, meine Zeitreise und auch dieser Blogbeitrag. Vielen Dank an Livekritik und die Organisatoren der „Langen Nacht der Museen“, dass ich als Blogger dabei sein durfte, es war mir eine Freude!

 

Und hier Blogbeiträge über die Lange Nacht der Museen von anderen:

 

p.s. wer Schreib-, Grammatik oder Kommafehler findet, darf sie behalten oder mir gerne eine Korrekturfassung zusenden.

 

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